VIDEO INSTALLATION:
GLITCH HEAVEN
AT RADISSON BLU

Glitch Heaven (2016)
Permanente Videoinstallation, Radisson Blu Hotel Mannheim

Wolken sind mehr als nur Ausdruck meteorologischer Phänomene: Wolken stehen für eine große, alles umfassende Einheit, gelten als Spiegel menschlicher Verfassung und Imagination, sind Ereignis und Überwältigung, Chaos und Zufall. Sie bieten Interpretationen komplexer Wirklichkeit: Der Meteorologe sieht schöne Kumuluswolken, ein Kind einen Elefanten, der Poet eine zufällige Erscheinung, der Maler ein abstraktes Gebilde – für den Metaphysiker sind sie eine Metapher des Unendlichen.

20 unterschiedliche Wolkenszenarien werden in der Lobby auf die 12m x 8m große Wand projiziert. Die Ruhe der ziehenden Wolken wird in ihrem Rhythmus gestört anhand von Pixelverschiebungen – die abstrakten Momente leiten ein in die Übersetzung der realistischen Aufnahmen in Kunst. Zwischen Außenhimmel, Projektion, Lobby und Betrachter entsteht eine Korrelation zwischen groß und klein, die gleichzeitig Ergänzung und Widerspruch ist: Der große Himmel, als kleines Stück, an der riesigen Wand, in Nahaufnahme. Durch die Tiefe und Nähe der Aufnahmen erhalten die Wolken eine unbekannte Qualität, denn in der Regel kennen wir den Himmel als unendliche Weite. Das Größte, was im Außen ist, wird hier ins Innere gebracht. An der entsprechenden Wand in der Lobby wirkt es als wurde ein Stück Himmel im Raum platziert.

Doch die riesige Videoprojektion der Wolken ist nicht nur Himmel-Abbild – anhand von Wetter- und Uhrzeitdaten aus dem Internet werden die Wolken in ihrer Farbigkeit verändert und es entsteht eine zum Außenwetter gegengesteuerte Atmosphäre: Ist die Außentemperatur kalt, ist der Innenhimmel in warme Farben getaucht, ist es Draußen warm, erscheint er in kühlen Tönen. Das Zusammenspiel all dieser Komponenten ergibt eine sich kontinuierlich nach den Außenbedingungen verändernde Videoinstallation mit poetischem Motiv.

CLIENT: Diringer & Scheidel
ARCHITECTS: Blocher Blocher Partners
PRODUCTION: IDEAS FOR MILLIONS
CONCEPT, CAMERA, ARTDIRECTION: Christina Stihler
CGI: Rene Fülöpp
PROGRAMMING: code poetry
BEAMER REALISATION: Medientechnik Lang

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